Biopsie, Clipmarkierung?, Geburtstag – ein beschissener Tag

Do, 15.02.2018
8:30 BHS Linz: bin noch immer nicht ganz fit, ich warte ziemlich lange auf der Brustambulanz, eine Doktorin hört sìch nochmal die Vorgeschichte an und macht einen Ultraschall. Ja das müssen wir auf alle Fälle biopsieren ihr Statement (ich dachte das wär ohnehin schon klar und wundere mich).

Weiter geht’s zur Radiologie, dort warte ich wieder lange, bekomme in der Zwischenzeit einen Aufklärungs- und Zustimmungsbogen für die Biopsie. Bin mittlerweile echt froh, dass meine Schwiegermutter EF (mein 2 jähriger Sohn) heut abholt, dachte eigentlich dass ich längst um 12:00 wieder zu Hause bin, nachdem ich um 8:30 vorgeladen war… Fühle mich mittlerweilen wieder ziemlich angeschlagen, hab das Gefühl ich hätte Fieber und hole mir noch schnell eine Banane weil ich schon so hungrig bin.

Diese Doktorin macht auch nochmal einen Ultraschall.  Sie lässt mich das Geräusch hören dass die Stanzpistole macht, damit ich mich später nicht schrecke. Anfangs ist von 3mal “schießen” die Rede – im Endeffekt sinds dann 5 Gewebeproben die entnommen werden.

Ich höre wie die Ärztin laut überlegt, ob sie gleich eine Clipmarkierung mitmachen soll oder nicht. Sie sagt dann zur Krankenschwester, dass sie einen Clip vorbereiten soll. Diese kommentiert mit “was echt?” – was mich schon sehr beunruhigt! Ich lasse mir erklären was es mit dem Clip auf sich hat. “Wenn es denn bösartig sei, dann könne man den Tumor im weiteren Therapieverlauf besser lokalisieren“.

Das heißt sie is grad ernsthaft am Überlegen, dass es Brustkrebs sei!!??

Meine linke Brust wird desinfiziert (so stark dass ich das Gefühl habe einen Schwips zu bekommen), betäubt (so wie beim Zahnarzt mit Spritze), es wird ein Mini-Schnitt gemacht und so ein Metallstäbchen eingeführt. Den Rest seh ich nur noch über den Ultraschallbildschirm, weil ich in die andere Richtung schaun soll, um nicht mit meinem Gesicht den Eingriff zu stören. Das erste Mal “Klack“ – Blut spritzt herum – zumindest spüre ich wie die Spritzer auf meiner Haut aufkommen und mir rinnt Blut von der Brust Richtung Hals (anscheinend hams da gleich ein Äderchen erwischt, das ist nicht Standard), ich sehe am Bildschirm wie die Stanznadel durch den kompletten Knoten und auf der anderen Seite wieder raus fährt. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, dachte, dass da einfach an einer Seite ein paar mm reingestanzt wird. Dass das komplett durchsticht find ich irgendwie gruselig. Obwohl ich nichts weiter spüre als vielleicht ein Brennen. Nach 5 Mal “schießen“ fragt mich original die Ärztin, obs jetzt einen Clip reingeben soll oder nicht, falls nicht, müsse ich – falls bösartig – das gleiche nochmal machen, nur ohne stanzen halt. Natürlich entscheide ich mich gegen den Clip, weil ich noch immer daran glaube, dass es gutartig ist und nicht mit einem Metallstück in der Brust herumlaufen will. Naja.

Dann kam der wirklich unangenehme Teil: um die Blutungen zu stillen wurde fest auf den Busen gedrückt und ein Druckverband gemacht, was ja ansich nicht wirklich wehtun würde, aber wenn dir 5 mal mit einer Nadel reingeballert wird und dann drückt man auf eine 3,5cm große harte Kugel und rundum is das Gewebe verletzt is das echt ungut und schmerzhaft.

Zumindest bekam ich ein Geburtstagsständchen von den beiden Damen und nachdem meine Männer in all dem Trubel früh morgens auf meinen Geburtstag vergessen hatten, war das zumindest ein kleiner Trost 😕

Zurück in der Umkleide sah ich meine abgebundene Brust und dieser Anblick und das Gefühl das mir die 2 Ärztinnen gegeben hatten ( nämlich das “bösartig“ gar nicht so unwahrscheinlich ist), die noch nicht ganz überstandene Grippe, und dann noch der Geburtstag, so viele gratulieren dir und du fühlst dich grad echt nur beschissen und kannst bzw. willst aber nicht jedem das alles erzählen… das hat mich echt umgehaun in dem Moment. Mein Kreislauf war außerdem auch ziemlich im Keller, dann hab ich mich in die Cafeteria gesetzt und mal eine halbe Stunde geheult.

Ich war echt fertig!

Hätte nicht mal ansatzweise daran gedacht jemanden mitzunehmen, aber im Nachhinein wär das sicher klass gewesen, und kann ich jedem nur empfehlen. Ich glaub es gibt viele denen die Biopsie nicht viel ausgemacht hat, aber für mich war das einfach der Tag an dem ich das ganze Brustkrebsszenario zum ersten Mal realisiert hab.

Nachdem ich nach einer halben Stunde noch immer voll schwach und fertig war, hab ich A (meinen Partner) gebeten mich abzuholen. Den restlichen Tag hab ich im Bett verbracht.

Das war echt einer der zachsten Tage in meinem bisherigen Leben.

Der nächste Geburtstag wird besser! 😊

Anmerkung im Nachhinein: Nach der Biopsie hab ich in der Umkleidekabine ein Foto meiner abgebundenen Brust gemacht. Das sah damals echt so aus als hättens mir schon eine Brust abgenommen und das machte das Brustkrebs Szenario so deutlich – es kam mir vor wie eine böse Vorahnung. Aus dem Grund hab ich auch das Foto gleich wieder gelöscht – so auf die Art: dann isses nicht war. Schade – hätte das Foto nun gerne gehabt, und mit euch geteilt…

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