MEINE subkutane Mastektomie mit gleichzeitigem Wiederaufbau mittels Silikon

Entscheidungsprozess

Lange hab ich überlegt, ob ich mir die Brüste abnehmen lassen soll oder nicht. Nachdem ich BRCA1 positiv bin, hatte ich die Möglichkeit – Empfehlungen dafür dürfen die Ärzte keine Abgeben.
Nachdem nach der Chemo im MRT nur noch ein 6mm teilaktiver Rest sichtbar war (trotzdem hatte ich nach Biopsie eine PCR – pathologische Komplettremision = keine Krebszellen mehr auffindbar) hätte ich mich auch brusterhaltend operieren lassen können (also nur den Tumorbereich + circa 1cm drumherum entfernen).
Ich entschied mich für eine Mastektomie – Brustgewebsentfernung.
Nun musste ich aber entscheiden, lasse ich wieder aufbauen und wenn ja wie?
Da gab es auch 3 Vatianten zur Auswahl:

  1. Silikon
  2. DIEP-Flap
  3. Latissimus

Generell gibt es da noch mehr wies aussieht – https://www.infomedizin.at/themenwelt/brust-op/behandlungsgrundlagen/brustrekonstruktion/

Ich definierte für mich meine 3 Prioritäten, und entschied danach:

  1. Überleben
  2. so wenig wie möglich OP`s
  3. Sexleben

Damit fiel die Wahl auf subkutane Mastektomie (Erhalt der Haut und Brustwarzen) mit sofortigen Wiederaufbau mittels Silikon. Generell hätte ich glaube ich wenig Probleme damit gehabt mir die Brüste komplett abnehmen zu lassen, aber wenn ich mir Sex ohne Brüste vorstellte, war ich mir nicht ganz sicher…

OP

Die OP fand am 12. September 2018 statt.
Einen Tag zuvor kam ich zur Vorbesprechung und Vorbereitung ins Krankenhaus.

Hier gehts zu meinen Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit:

OP-Vorbereitungen, Überraschung
Tag der OP – alles gut überstanden – keine Lymphknoten befallen 👌👌👌
Tag 2 nach OP – Liegen, Beinmanschetten weg, Katheter weg

  • Die OP dauerte 5 Stunden, und verlief gut.
  • Ich hatte das Glück, dass der Wächterlymphknoten nicht befallen war – das heißt es blieb bei einem Lymphknoten der mir entfernt wurde
  • Dadurch, dass ich eine Mastektomie vornehmen hab lassen und dem Fakt, dass keine Lymphknoten befallen waren, ersparte ich mir die Bestrahlung
  • Ich war 10 Tage im Krankenhaus
  • Die ersten 5 Tage war ich stark eingeschränkt, damit hab ich nicht gerechnet
  • Mein Körper erholte sich rasch
  • Wischen, Gang schalten und zB. Gemüseschneiden bereitete mir noch länger Probleme
  • Ich schlief die erste Zeit alleine in einem Zimmer – normalerweise schläft unser Sohn die ganze oder halbe Nacht bei uns und dabei landet auch schon mal eine Hand oder ein Bein auf einem – da wollte ich nichts riskieren
  • Ich hatte das Pech, dass 1 1/2 Brustwarzen abgestorben sind. Nach fast einem Monat war klar – es muss nochmal operiert werden
  • Mir wurde Haut vom rechten Oberschenkel/Leistenbereich genommen und die Bereiche wurden damit verdeckt.
  • Der Verlust meiner Brustwarzen war Anfangs ein Schock – weil ich diese – trotz Mastektomie – sehr gerne behalten wollte – im Nachhinein habe ich jedoch kaum Probleme damit

Vorher/Nachher

Vorher:

  • – Ich hatte schon recht hängende sehr weiche Brüste.
  • – Ich war mit meinen Brüsten zufrieden, jedoch ohne BH fand ich das Gefühl unangenehm wenn sie auf meinem Oberkörper auflagen.
  • + Ich konnte mit meinen Brüsten stillen.
  • + Alles war natürlich

Nachher

  • + Ich brauche keinen BH mehr
  • + Die Brüste sind ein bisschen kleiner und fühlen sich sehr straff und kompakt an (anfangs waren sie mir fast zu hart, man vergisst im Laufe der Zeit wies vorher war und gewöhnt sich dran)
  • – es zieht sich nur noch eine halbe (die originale) Brustwarze bei Kälte und Reizung zusammen (stört mich aber kaum)
  • – die rechte „Brustwarze“ hat keinen Nippel und ist nicht so klar definiert/abgegrenzt
  • – die 1 1/2 Brustwarzenbereiche wo ich das Transplantat hinbekommen hab ist stark vernarbt. Da man hier keine Drainage legt, sondern mehrmals in die transplantierte Haut hineinsticht und dann einen Druckverband anlegt, damit die Wundflüssigkeit abfließen kann. (kann man sicher mit Massage noch weicher bekommen)
  • +/- ich kann nicht mehr stillen – sofern wir noch ein Baby bekommen sehe ich das mittlerweilen durchaus auch als Vorteil 😉 – so arg das jetzt vielleicht auch klingen mag…
  • – Ich fühle fast im gesamten Brustbereich nichts – nur etwas stärkeren Druck. Es macht mir aber nicht viel aus – nachdem ich davor auch eher unsensiblere Brüste hatte und generell auch nicht der Typ für sanfte Streicheleien bin.
  • – Auch 1 Jahr nach der OP bin ich bei Bewegungen die stark den Brustmuskel fordern unsicher. zB. Aufstemmen am Beckenrand aus dem Wasser, oder sich an eine Stange hängen bzw. hangeln, Liegestütze… (beinträchtigt mich im Alltag wenig)
  • – Nachdem mein Busen hauptsächlich mittels Fremdkörper gefüllt ist, fühlt sich dieser oft kalt an – vor allem im Winter, oder nach dem Schwimmen. (stört mich wenig)
  • – Wenn ich meine Brustmuskeln anspanne bekommen meine Brüste Dellen. Das liegt daran, dass übern Brustmuskel nur noch ein Hautmantel ist und eben kein Drüsengewebe und kaum Fettgewebe. (stört mich schon)
    Ich bin jedoch überzeugt davon dass man diese Verklebungen noch zu einem gewissen Teil auflösen kann.

Ich massiere meine Brüste fast täglich. Einerseits setze ich somit Reize, damit die Taubheit zurückgeht – und da hat sich auch schon einiges getan. Und andererseits möchte ich damit die Verklebungen auflösen.

Hier seht ihr den Verlauf meiner Brüste von vor der OP bis 10 1/2 Monate danach:collage_vorher_nachher_covered

Weitere Bilder zu meinem Busen:
www.dasbinich.at/nadja

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