OP-Vorbereitungen, Überraschung

Dienstag, 11.09.2018

10:00 BHS Aufnahme auf Station 4E (Plastische Chirurgie) meine Schwester begleitet mich. Essenszettel ausfüllen und Horneder Screening ausfüllen (Check ob man psychotherapeutische Hilfe benötigt) Dann komm ich gleich auf Zimmer 6.

Die Schwestern machen ein ausführliches Aufnahmegespräch, und dann kommt die Stationsärztin um mich durchzuchecken. Ich erzähle von meinen Halsschmerzen die letzten 2 Tage, sie meint zu sehen ist nicht viel, aber sie schaut sich auch noch die Entzündungswerte an… es gab auch schon Fälle wo wegen Halsweh die OP verschoben werden musste – weil ich ja so einen Schlauch für die Narkose in den Hals bekomme…

12:00 Lymphknotenmarkierung: ich komme zur Nuklearmedizin. Nachdem man mich mit Emlersalbe eingeschmiert hat (Lokalbetäubung) spritzens mir 4 Mal rund um die linke Brustwarze ein radioaktives Mittel. Das wird dann bis morgen früh vom zum Tumor nähesten Lymphknoten – dem Wächterlynphknoten – aufgenommen und sie können Bilder von dessen Position machen.

Schmerzen sind aushaltbar und das is auch schnell vorbei.

Mittagessen, Vorbesprechung mit dem Chirurgen (der den onkologischen Part übernimmt) Dr. H. – mein “Schatzi“ der mir damals die Diagnose mitgeteilt hat. Eigentlich wollte ich ja nicht von ihm operiert werden, aber irgendwie is ma des mittlerweilen egal. Er macht den Tumorpart. Ich besprech noch den Port mit ihm – den will ich ja gern weg haben. Obs gscheit is… nicht dass ich danach nochmal a Chemo griag…? – meine Bedenken. Er meint “ach na – tua ma ihn weg“ und nachdem ich das eigentlich hören wollte, belasse ich es dabei.

Irgendwie bin ich heute im “is mir egal jetz machts es einfach“-Modus.

Blutabnahme

Und Besprechung mit der 1. Plastischen Chirurgin (Fr. Dr. K.) – ja ich hab 2 – für jeden Busen 1ne – haha! Also 3 Chirurgen werken an mir herum.

Sie markiert meine Brüste und das ganze sieht dann so aus:

Markierungen für beidseitige subkutane Mastektomie mit gleichzeitigem Aufbau inklusive Straffung
Markierungen für beidseitige subkutane Mastektomie mit gleichzeitigem Aufbau inklusive Straffung

 

Die Spitze vom Dreieck ist die neue Position der Brustwarzen. Die Haut darunter kommt in den Busen rein als Stütze- und die seitlichen Striche werden unten zusammengenäht. Alles Drüsengewebe darunter wird entfernt, die Brustwarzen bleiben erhalten sofern tumorfrei (da wird ein Schnellcheck gemacht). Ein Lymphknoten wird entfernt (schnellgecheckt) und wenn dieser Tumorfrei ist, dann bleibts bei dem 1nen, sonst nehmens alle raus.

Port raus – der Rest sind nur Hilfslinien.

Ach ja und übrigens spreche ich an, dass ich auf keinen Fall größere Brüste haben will wie jetzt, und fast lieber ein b-körpchen statt dem jetzigen c-körpchen hätte. Fr. Dr. K. ein B-Körpchen sei ohnehin realistischer, und welches Implantat dann nehmen, können sie sowieso erst bei der OP entscheiden, aber sie werden machen was möglich ist, und gut zu meinem restlichen Körper passt.

Dann kommt mich meine Freundin Anna besuchen.

Gespräch mit der 2. plastischen Chirurgin (Frau Dr. T). Sie macht noch ein paar gepunktete Linien dazu und schaut sich meinen Busen auch noch mal genau an.

Überraschung: Nach dem ganzen Programm fällt mir dann wieder ein, dass ich heut Früh im letzten Moment noch a Packerl griagt hab. Das mache ich dann auf und dann muss ich mal a halbe Stunde weinen vor Freude!

I hab die besten Klassenkameraden, den besten Klassenvorstand, Freunde und sowieso und überhaupt! Danke Babsi, danke Martina und alle die noch mitgeholfen haben, sich die Zeit genommen haben so liebe Bilder zu erstellen und uns dann auch noch einen Urlaub mitfinanziert haben!!!!

Poah – ich war so sprachlos und hab mich gefreut wie ein Schwammerl – damit hatte ich sowas von überhaupt nicht gerechnet!

Und ich freu mich total auf den Urlaub im Familienhotel aigo Böhmerwald.

Sooo coool!

Ich werd mich dann no bei jedem einzeln bedanken sobald wieder Kräfte vorhanden sind 😚😚😚

Finger halbtaub – Handschuhe

Dienstag, 01.05.2018

Morgen steht ja wieder eine Chemo an. Und ich mache mir Gedanken wegen meiner Finger. Seit 2 Tagen hab ich jetzt auch halbtaube Fingerspitzen. Und die Nägel werden einfach immer empfindlicher.

Um dieser Polyneuropathie vorzubeugen gibt es ja seit kurzen Handschuhe während der Chemo.

Diese sollen 1 Nummer kleiner sein und somit Kompression erzeugen und die Durchblutung reduzieren, damit weniger “Gift“ in die Finger kommt.

Handschuhe

Einziges Problem, wirklich eng sind mir die Handschuhe nicht. Und seit 4 Wochen gibt es auch keine 6er Handschuhe mehr im KH. Meine Kollegin meint sie wollte privat welche besorgen, aber angeblich werden die nicht mehr produziert.

Deshalb hab ich jetzt meine 6er von den ersten Wochen einfach immer wieder mitgenommen. Durch die Handschuhe hab ich fast eher das Gefühl, dass die Durchblutung angeregt wird. Habe sonst kalte Hände und Füße. Durch die HS werden meine Hände richtig warm und schwitzig

Nachdem ich jetzt Probleme bekommen hab an den Händen, bin ich überzeugt davon, dass das einfach nicht eng genug ist.

Vielleicht find ich ja doch noch Restbestände in 6 bzw. auf der Website von sempermed steht sogar 5 ½.

Artikel zu dieser Kompressions-Schutzmaßnahme:
https://bitzer-sporttherapie.de/kleiner-trick-grosse-wirkung-bei-chemotherapie/

Dann überleg ich auch noch mir die Fingernägel zu lackieren, um diese zu schützen. Es schreiben zwar alle dass sie sie lackieren, damits nicht einreisen. Das Problem hab ich nicht, trage meine Fingernägel immer sehr kurz und generell kommen mir die Nägel sogar (an den Enden stabiler vor als sonst) aber dort wo die roten Streifen sind kommen sie mir hauchdünn vor.

Bin mir nur nicht ganz sicher, ob das in dem Fall gut ist die Nägel zu streichen, nicht dass der Nagel dann noch dünner wird vom Lack oder so…

Morgen möchte ich auf alle Fälle diese Themen bei der Ärztin ansprechen.

Port und Chemostart (oder doch nicht)

Montag – 12.03.2018

7:00 Barmherzige Schwestern / Port und Chemostart / nüchtern:

Blutabnahme und Aufnahme auf Station 4B Zimmer 1, nachdem ich einen Infekt (Husten, Schnupfen, ziemlich schlapp, leicht erhöhte Temperatur) hab, ist mir nicht ganz klar, ob sie mir den Port legen und mit der Chemo starten können.

CRP Werte sind leicht erhöht, so heißt es zuerst, dass ich nur den Port bekomme und die Chemo um eine Woche verschoben wird.

Bei der Visite um 11:00 heißt es jedoch, dass die Werte nicht schlimm sind und sie wahrscheinlich doch morgen mit der Chemo starten.

11:30 schön langsam sind Hunger und Durst schon stark 😉

Um ca 13:00 bekomme ich den Port, Beim Eingriff bin ich nur lokal betäubt, Druck spüre ich. Teilweise unangenehm, aber aushaltbar. Beim Atmen kommen gurgelnde Geräusche, dürft aber zwegs Husten sein.

Am Nachmittag wird noch ein Lungenröntgen gemacht – zur Sicherheit.

Ziehende Schmerzen in den rechten Arm. Arm kann ich nur mit Schmerzen bewegen, tiefes Atmen oder Husten schmerzt beim Port.

Um 16:30 bekomm ich erstes Essen und Trinken, davor Decapeptyl-Depotspritze 🙂 (für den künstlichen Wechsel)

Abends nochmal Schmerzmittel.

Hitzewallungen abends und intensives Schwitzen nachts (zum ersten und letzten Mal). Nachts öfters wach: Husten, Schwitzen aber ok!

Mental: ganz gut!

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Eientnahme – 15 an der Zahl

Sonntag, 11.03.2018

8:30 Kinderwunschklinik / Punktion Eientnahme / nüchtern:

Aufnahme 3. Stock Zimmernr. 10

Werde mit Bett abgeholt, im Punktionsraum müssen alle ziemlich lange auf die Ärzte warten, nette Krankenschwestern. Werde sediert und bekomme vom Eingriff gar nix mit.

15 Eier wurden entnommen.

Später holen mich Adam und Ferdi ab.

Bin noch recht beduselt. Gehen und Unebenheiten beim Autofahren tun weh. Später wie stärkere Regelschmerzen, aber aushaltbar.

Termin 2. Meinung Med Campus III – mir gehts nicht gut!

Freitag, 09.03.2018

Um 10:30 hab ich den Termin zur Zweitmeinung.
Ich bin total geschafft, schlapp, fühl mich krank, niedergeschlagen, das Gehen tut weh– es zieht in den Eierstöcken (wahrscheinlich wegen all der bereits recht großen, fast reifen Follikel. Während ich auf den Termin warte laufen mir auch immer wieder Tränen runter.
Ich bin mir auch grad gar nicht sicher, ob mir dieses Gespräch heute gut tun wird. Wenn die mir wieder ganz was anderes erzählen – was mach ich dann?
Möchte einfach grad dass alles klar ist, und dass nicht ständig wieder was neues daherkommt.
Herr Dr. B. führt mit mir das Gespräch. Gegen 11:00 ich habe Bedenken, ob ich wohl rechtzeitig zu meinen Spritzen komme, die ich mir um 12:00 geben soll.
Das geht sich auf alle Fälle aus – beruhigen sie mich.

Konklusio des Gesprächs: Der Chemoplan sieht ok aus, natürlich würde vielleicht von ihrem Haus was anderes vorgeschlagen werden. Er meint wenn man 10 Ärzte fragt, würden wahrscheinlich 10 unterschiedliche Empfehlungen kommen. Aber bei den Chemoplan würd er sich nichts denken, den kann ich getrost machen. Wichtig ist nur nicht noch mehr Zeit zu verlieren, und wenn ich zu ihnen wechseln würde, dann kommen sicher nochmal 2 Wochen dazu.
Operieren soll ich jedoch zu ihnen kommen. Bei den BHS machens das auch gut – aber im Haus seien sie einfach noch mehr auf die Optik bedacht. Er zeigt mir gleich einige vorher/nacher Bilder auf die er sichtlich stolz ist.
Ich sage ihm noch, dass ich Bedenken wegen des Chemostarts am MO oder Di hab. Er meint ich sehe fit aus, habe sicher kein Fieber (obwohl ich mich so fühle als hätte ich welches) da sieht er keine Gefahr. Witzig, das sagen mir in den nächsten Tagen noch ein paar Leute, dass ich voll fit aussehe – obwohl ich mich gar nicht so fühle. (Vielleicht ein Werk der künslichen Befruchtungshormone 😉 )

Nettes Detail am Rande. Das Ausmaß des Tumors misst er mit einer Schieblehre – nur dass er einen fancy medizinischen Ausdruck dafür hat. Er ist ganz erstaunt, dass man sowas auch im Baumarkt bekommt, und fragt nochmal nach wie ich das nenne ;D

Spritze IVF: Weiter gehts zur IVF im gleichen Haus. Dort bekomme ich eine Decapeptylspritze (weil ich eine ja bei den BHS gestern vergessen habe, und es nicht mehr hingeschafft habe) Eine Schwester hilft mir beim Spritzen – ich bin voll dankbar, alles was mir grad abgenommen wird, macht mich unglaublich froh!

Auslösespritze: Abends um 21:00 dann noch die Spritze zum Auslösen des Eisprungs. Künstliche Stimulation geschafft! Puhhh!

Nachbesprechung Frauenarzt

Do, 22.02.2018

Anmerkung im Nachhinein 07/2019: Die Zeit zwischen 22.02 und 09.03 schreibe ich nur aus der Erinnerung von fast 1 1/2 Jahren später.
Im Nachhinein gesehen, war das die intensivste Zeit! Ab Chemotherapie (Start 20.03.18) wurde alles leichter – und das war das Letzte was ich erwartet hatte ;D

So viele Fragezeichen, so viel Unwissen, so viele Ratschläge, so viele Termine, einfach alles nur viel – zu viel!!

Nachdem ich das Diagnosegespräch als sehr unbefriedigend empfand, hab ich noch am selben Tag gemeinsam mit meinem Partner einen Termin bei meinem Frauenarzt ausgemacht, den ich bisher als sehr kompetent und einfühlsam erlebt habe.
Ich komme an diesem Tag auf Wartezeit in die Praxis und als ich an der Reihe bin, sagt mir Dr. F., dass wir uns momentan in der Akutfallbesprechung befinden und er nur 5 Minuten Zeit hätte – er will sich aber mehr Zeit nehemen, und fragt mich daher, ob ich ab 17:00 (wenn die Praxis schließt) nochmal kommen möchte.
Das finde ich toll – so hat auch mein Partner die Gelegenheit zum Gespräch mitzukommen.
Um 17:00 sitzen wir beide dann vorm Arzt und er nimmt sich Zeit – und das tut gut!
Ich weiß nur noch, dass vor allem das Thema Kinderwunsch und Alternativen zur Schulmedizin ein Thema waren.

Kinderwunsch: In der Zwischenzeit hatte A (mein Partner) schon einen Termin im Kinderwunschzentrum KUK in Linz für morgen 23.02.2018 ausgemacht. Dr. F. erklärt uns noch wo es sonst die Möglichkeit gibt – aber nachdem nichts gegen das KUK spricht ist der Punkt schnell abgehackt.

Alternativen zur schulmedizinischen Krebsbehandlung: Was ich als sehr angenehm empfand war es, dass man mit Dr. F. auch über Alternativen reden konnte, ohne dass diese gleich halb genervt abgetan wurden (wie ich es noch öfter erlebte). Dr. F. ist sehr aufgeschlossen gegenüber Komplementärmedizin und daher ein glaubwürdiger Ansprechpartner.
Er sagte uns ganz ehrlich – er habe schon einige Patienten miterlebt, die es auf eigene Faust probiert haben, und nach einigen Monaten, dann ins Tumorzentrum gekommen sind und der Krebs soweit vorgeschritten war, dass man nichts mehr machen konnte…
Außerdem ist es schwierig in so einer Situation auf das „richtige Pferd“ zu setzen. Es wird so viel angeprießen – und das oft zu horrenden Summen.
Er würde empfehlen die klassische Therapie zu machen, und wenn man möchte komplementärmedizinisch (zB. Akupunktur) abzurunden.
Diese Antwort gefiel uns sehr gut – und ich bin noch heute dankbar, dass Sie sich soviel Zeit an diesem Tag genommen haben – danke Herr. Dr. F.! 🙂

Ein mir wichtiges Thema: Krebs – Alternativmedizin vs. Komplementärmedizin (Artikel folgt)

 

 

 

Nachbesprechung Biopsie – Diagnose Brustkrebs!!

Mi, 21.02.2018
12:00 BHS Linz
, nach etwas längerer Wartezeit komme ich zu Herrn H. und einer Krankenschwester in den Untersuchungsraum 10. Herrn H. konnte ich schon zuvor erleben, als eine nette ältere Dame, die sich nicht sicher war, ob nicht auf sie vergessen wurde und den Arzt fragte, ob eh alles passt. Dieser antwortet nur genervt und patzig….

“Sie wissen noch nichts?” war der erste Satz. Und was er danach sagt, kann ich gar nicht mehr so genau wiedergeben. Auf jeden Fall ist es sehr medizinisch nüchtern formuliert und ich habe keine Ahnung wovon er redet.

Triple negativ, sowohl Östrogen als auch Progesteron negativ…… 80% Wachstum, zuerst Chemo, dann OP in ca 5 Monaten. Ich kann einen Gentest machen, aufgrund meines Alters… und aja wie schauts denn mit der Kinderplanung aus? “Eigentlich hät ma schon noch gern ein 2tes vielleicht sogar drittes Kind gehabt“, entgegne ich – “Ja das könne ich mir jetzt abschminken, nach der Chemo sei ich mit ziemlicher Sicherheit unfruchtbar” sagt er. Ich könne die Zeit bis zur Chemo ja noch nutzen für eine Eizellenentnahme.

Ich bin schockiert von dieser Nachricht, mehr sogar als von der Diagnose, und auch von der Art und Weise wie dieser Arzt einem solche Fakten mitteilt. Ich frage ein paar Sachen nach (wegen triple negativ, Hormonen und so, da ich keinen Plan habe was das bedeutet) er antwortet gereizt und patzig, als müsste ich das alles schon wissen und hätte im Medizinstudium nicht richtig aufgepasst.

Ich merke es bringt nicht viel mit ihm zu reden, um ein besseres Gefühl und ein klareres Bild zu bekommen. Die Krankenschwester fährt er auch an, weil sie angeblich einen Termin falsch notiert hat, dabei hatte er es genau so gesagt, wie sie notiert…

Gsd ging der Arzt dann bald mal und ich hatte noch Gelegenheit mit der Krankenschwester zu reden. Sie erklärt mir die nächsten Termine (Foto), Pet CT, MR Mammographie, ClipMarkierung, Port….
Details zu meiner Diagnose ->

Anmerkung im Nachhinein: Während des Gesprächs fing ich erstmals zu weinen an, als das Gespräch auf meinen Beruf kommt. Ich bin selbstständig. Und der mitfühlende Blick der Schwester ist dann glaub ich Anstoß genug, dass die Tränen zu laufen beginnen. Die Krankenschwester (eine BreastcareNurse) war fabelhaft – hat mir gleich einen Termin bei der Krankenhausinternen Sozialarbeiterin ausgemacht um die Details rund um das Thema Selbstständigkeit und Krankheit zu erfragen.
Meine Erfahrung mit diesem Arzt der mir die Diagnose mitgeteilt hatte, hätte mich fast dazu veranlasst das Krankenhaus zu wechseln. Ich bin jedoch sehr froh dass ich das nicht gemacht habe, da ich sonst nur durchwegs positive Erfahrungen bei den Barmherzigen Schwestern gemacht habe.
Herr Dr. H. hat dann später den onkologischen Part meiner OP übernommen (obwohl ich mir eigentlich geschworen hatte, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben will) und ich muss sagen er ist ein ausgezeichneter Chirurg, nur empathisch hat ers halt nicht so drauf… (Weshalb ich ihn persönlich für Diagnosemitteilungen als eher ungeeignet erachte) Aber es ist immer so – entweder kommt man mit einem Arzt zurecht oder nicht – das ist meist einfach nur persönlicher Geschmack. Und man kann auch immer einfach einen schlechten Tag erwischt haben. Man möchte es zwar nicht wahrhaben, aber Ärzte sind auch nur Menschen und keine Götter in weiß  😉

Biopsie, Clipmarkierung?, Geburtstag – ein beschissener Tag

Do, 15.02.2018
8:30 BHS Linz: bin noch immer nicht ganz fit, ich warte ziemlich lange auf der Brustambulanz, eine Doktorin hört sìch nochmal die Vorgeschichte an und macht einen Ultraschall. Ja das müssen wir auf alle Fälle biopsieren ihr Statement (ich dachte das wär ohnehin schon klar und wundere mich).

Weiter geht’s zur Radiologie, dort warte ich wieder lange, bekomme in der Zwischenzeit einen Aufklärungs- und Zustimmungsbogen für die Biopsie. Bin mittlerweile echt froh, dass meine Schwiegermutter EF (mein 2 jähriger Sohn) heut abholt, dachte eigentlich dass ich längst um 12:00 wieder zu Hause bin, nachdem ich um 8:30 vorgeladen war… Fühle mich mittlerweilen wieder ziemlich angeschlagen, hab das Gefühl ich hätte Fieber und hole mir noch schnell eine Banane weil ich schon so hungrig bin.

Diese Doktorin macht auch nochmal einen Ultraschall.  Sie lässt mich das Geräusch hören dass die Stanzpistole macht, damit ich mich später nicht schrecke. Anfangs ist von 3mal “schießen” die Rede – im Endeffekt sinds dann 5 Gewebeproben die entnommen werden.

Ich höre wie die Ärztin laut überlegt, ob sie gleich eine Clipmarkierung mitmachen soll oder nicht. Sie sagt dann zur Krankenschwester, dass sie einen Clip vorbereiten soll. Diese kommentiert mit “was echt?” – was mich schon sehr beunruhigt! Ich lasse mir erklären was es mit dem Clip auf sich hat. “Wenn es denn bösartig sei, dann könne man den Tumor im weiteren Therapieverlauf besser lokalisieren“.

Das heißt sie is grad ernsthaft am Überlegen, dass es Brustkrebs sei!!??

Meine linke Brust wird desinfiziert (so stark dass ich das Gefühl habe einen Schwips zu bekommen), betäubt (so wie beim Zahnarzt mit Spritze), es wird ein Mini-Schnitt gemacht und so ein Metallstäbchen eingeführt. Den Rest seh ich nur noch über den Ultraschallbildschirm, weil ich in die andere Richtung schaun soll, um nicht mit meinem Gesicht den Eingriff zu stören. Das erste Mal “Klack“ – Blut spritzt herum – zumindest spüre ich wie die Spritzer auf meiner Haut aufkommen und mir rinnt Blut von der Brust Richtung Hals (anscheinend hams da gleich ein Äderchen erwischt, das ist nicht Standard), ich sehe am Bildschirm wie die Stanznadel durch den kompletten Knoten und auf der anderen Seite wieder raus fährt. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, dachte, dass da einfach an einer Seite ein paar mm reingestanzt wird. Dass das komplett durchsticht find ich irgendwie gruselig. Obwohl ich nichts weiter spüre als vielleicht ein Brennen. Nach 5 Mal “schießen“ fragt mich original die Ärztin, obs jetzt einen Clip reingeben soll oder nicht, falls nicht, müsse ich – falls bösartig – das gleiche nochmal machen, nur ohne stanzen halt. Natürlich entscheide ich mich gegen den Clip, weil ich noch immer daran glaube, dass es gutartig ist und nicht mit einem Metallstück in der Brust herumlaufen will. Naja.

Dann kam der wirklich unangenehme Teil: um die Blutungen zu stillen wurde fest auf den Busen gedrückt und ein Druckverband gemacht, was ja ansich nicht wirklich wehtun würde, aber wenn dir 5 mal mit einer Nadel reingeballert wird und dann drückt man auf eine 3,5cm große harte Kugel und rundum is das Gewebe verletzt is das echt ungut und schmerzhaft.

Zumindest bekam ich ein Geburtstagsständchen von den beiden Damen und nachdem meine Männer in all dem Trubel früh morgens auf meinen Geburtstag vergessen hatten, war das zumindest ein kleiner Trost 😕

Zurück in der Umkleide sah ich meine abgebundene Brust und dieser Anblick und das Gefühl das mir die 2 Ärztinnen gegeben hatten ( nämlich das “bösartig“ gar nicht so unwahrscheinlich ist), die noch nicht ganz überstandene Grippe, und dann noch der Geburtstag, so viele gratulieren dir und du fühlst dich grad echt nur beschissen und kannst bzw. willst aber nicht jedem das alles erzählen… das hat mich echt umgehaun in dem Moment. Mein Kreislauf war außerdem auch ziemlich im Keller, dann hab ich mich in die Cafeteria gesetzt und mal eine halbe Stunde geheult.

Ich war echt fertig!

Hätte nicht mal ansatzweise daran gedacht jemanden mitzunehmen, aber im Nachhinein wär das sicher klass gewesen, und kann ich jedem nur empfehlen. Ich glaub es gibt viele denen die Biopsie nicht viel ausgemacht hat, aber für mich war das einfach der Tag an dem ich das ganze Brustkrebsszenario zum ersten Mal realisiert hab.

Nachdem ich nach einer halben Stunde noch immer voll schwach und fertig war, hab ich A (meinen Partner) gebeten mich abzuholen. Den restlichen Tag hab ich im Bett verbracht.

Das war echt einer der zachsten Tage in meinem bisherigen Leben.

Der nächste Geburtstag wird besser! 😊

Anmerkung im Nachhinein: Nach der Biopsie hab ich in der Umkleidekabine ein Foto meiner abgebundenen Brust gemacht. Das sah damals echt so aus als hättens mir schon eine Brust abgenommen und das machte das Brustkrebs Szenario so deutlich – es kam mir vor wie eine böse Vorahnung. Aus dem Grund hab ich auch das Foto gleich wieder gelöscht – so auf die Art: dann isses nicht war. Schade – hätte das Foto nun gerne gehabt, und mit euch geteilt…

Grippe – Termin verschieben

Mo, 12.02.2018
Seit dem Wochenende lieg ich (und auch meine Männer) mit Grippe. Fühl mich wirklich total schlapp und verschiebe den Termin. Den nächsten gibt es am 15.02 – mein Geburtstag!

YEAH! :/
Ist zwar nicht so toll, aber ich will das jetzt endlich erledigt haben, nachdems schon recht verzögert wurde, und seit dem ersten Tasten fast 1 Monat vergangen ist.

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